Die neue klassische Musik

Bei dem Begriff Klassische Musik denken wir immer an die großen Komponisten wie Mozart, Bach, und Beethoven, vielleicht noch Wagner und Strauß. Aber die klassische Musik, die mit einem Orchester aufgeführt wird hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer weiter entwickelt, und die moderne Version wird auch als die Neue Musik bezeichnet.

Man sammelt unter diesem Begriff die Kompositionen seit etwa 1910, im etwas weiteren Sinne die Musik des 20. Jahrhunderts. Sie unterscheiden sich dabei wesentlich von der alten Musik, weil sie in weiten Teilen versucht neue harmonische Wege zu gehen, neue Strukturen zu finden und neue Tonalitäten einzuführen. Die Musik bis Ende des Zweiten Weltkriegs wurde lange Zeit als die Moderne bezeichnet, die danach als Avantgarde, aber diese Begriffe verschieben sich auch zeitlich, sodass der Avantgarde Begriff manchmal auch ab dem Jahr 2000 verwendet wird. Andere sehen die aktuelle Musik auch als zeitgenössische Musik.

Neue Töne und neue Harmonien

Ein Markenzeichen der Neuen Musik ist eine neue Harmonik und die Aufgabe der bisherigen Tonalität. Prominentestes Beispiel ist die Zwölftonmusik, die im Wesentlichen von Arnold Schönberg und seinen Schülern Alban Berg und Anton Webern geprägt wurde. Herzstück sind zwölf aufeinander bezogene Töne, die alle gleichberechtigt sind und die planvoll verwendet werden sollen. Für das normale Gehör war diese neue Musik sehr gewöhnungsbedürftig, was aber von den Zuhörern eher mit Zurückhaltung aufgenommen wurde.

Einer der bekannteren deutschen Komponisten von Neuer Musik war Karl-Heinz Stockhausen, der versuchte neue musikalische Wege zu gehen und damit auch Wegbereiter der elektronischen Musik wurde. Er schrieb insgesamt 363 Werke die immer wieder aufgeführt werden. Eines der bekanntesten und umfangreichsten Werke ist der Opernzyklus Licht, an dem er 28 Jahre lang arbeitete. Stockhausen galt als einer der wichtigsten Vertreter der Seriellen Musik, die die theoretische Grundlage auch für die Zwölftonmusik bildete. Stockhausen wollte außerdem die Interpretation des Werkes verhindern und gab entsprechend klare Vorgaben, wie es aufgeführt werden sollte.