Die Stilrichtung Wiener Klassik

“Klassische Musik” ist ein weit gefasster Begriff mit vielen Unterbezeichnungen. Wiener Klassik ist Teil davon und bezeichnet einen Musikstil in Europa. Bis heute ist umstritten, wie weit die Periode dieses Musikstils exakt zu fassen ist und welche Komponisten ihr angehören. Es handelt sich in etwa um den Zeitraum zwischen 1770 und 1830. Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven sowie Wolfgang Amadeus Mozart sind bekannte Komponisten, die der Stilrichtung angehören. Manche zählen auch Franz Schubert dazu.

Die Stadt Wien und ihre Bedeutung für die Wiener Klassik

Der Begriff „Wiener Klassik“ verdeutlicht, wie eng diese Stilrichtung mit der Stadt Wien verknüpft ist. Zur damaligen Zeit war Wien eine Stadt mit einer florierenden Musikkultur und Anziehungspunkt für viele bekannte Komponisten. Grund war, dass es am Wiener Hof viele freigiebige Mäzene gab, die diese Musikkultur förderten. Wien entwickelte sich zum kulturellen Zentrum Europas. Berühmte Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven siedelten in die Stadt um. Trotz der Bedeutung Wiens für diese Epoche, gab es darüber hinaus Einflüsse von außerhalb Wiens auf den Musikstil „Wiener Klassik“.

Eigenschaften der Wiener Klassik

Der Musikstil Wiener Klassik verdeutlicht, wie eng Musik mit Politik oder mit gesellschaftlichen Fragen zur damaligen Zeit verknüpft war. Die Komponisten setzten sich das ehrgeizige Ziel, mit ihren Arbeiten Veränderung und mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft zu schaffen. Bedeutend und markant für diese Zeit der Wiener Klassik ist die kompositorische Zusammenarbeit zwischen Joseph Haydn und Mozart. Dies führte zu neuen Kompositionen von Streichquartetten und zur Entstehung der Symphonie als neue Musikgattung. Auf kompositorischer Ebene haben sich in dieser Zeit neue Verfahren herausgebildet wie die musikalische Begleitung, die motivisch-thematische Arbeit oder die durchbrochene Instrumentation. Auch die Sonatenhauptsatzfunktion ist eine Kompositionsweise, die in der Wiener Klassik ihren Ursprung fand. Die Verfahren fanden Einzug in verschiedene Musikgattungen. Joseph Haydn ließ sie in der Kammermusik und Sinfonie einfließen. Beethoven setzte sie in der geistlichen Musik, Mozart in der Oper ein.